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Caso GĂŒrtel
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Der caso GĂŒrtel (deutsch: Fall GĂŒrtel) ist ein seit Anfang 2009 in Spanien bekannter, die konservative Volkspartei Partido Popular (PP) betreffender Korruptionsskandal, der sich vor allem in den Autonomieregionen Madrid und Valencia ereignet hat. Nach dem Hauptangeklagten Francisco Correa wurden die zunĂ€chst verdeckten Ermittlungen polizeiintern als âoperaciĂłn GĂŒrtelâ bezeichnet (correa bedeutet auf Deutsch âGĂŒrtelâ); auch in den spanischen Medien wurde der Fall deshalb als âcaso GĂŒrtelâ bekannt.
In die AffĂ€re verwickelt sind unter anderem mehrere Mitglieder der PP aus der Zeit, als diese unter MinisterprĂ€sident JosĂ© MarĂa Aznar die spanische Regierung stellte. Beschuldigt wurden unter anderem hohe ParteifunktionĂ€re in den Autonomieregionen Valencia und Madrid, darunter der valencianische MinisterprĂ€sident Francisco Camps, der infolgedessen am 20. Juli 2011 seinen RĂŒcktritt erklĂ€rte. Im Mittelpunkt der AffĂ€re stehen der Unternehmer Francisco Correa und drei seiner Mitarbeiter sowie der ehemalige Schatzmeister der PP, Luis BĂĄrcenas. Indem sie sich ihres Einflusses auf Wirtschafts- und Parteigremien bedienten, haben sie durch Subventionsbetrug unterschiedlicher Firmen öffentliche Gelder veruntreut. Im Mai 2018 wurden die Hauptangeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt; auch die PP wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie von einem dauerhaften System illegaler Finanzierung profitiert habe. Als Reaktion auf das Urteil strengte die Opposition im Parlament ein konstruktives Misstrauensvotum an, das zur Wahl von Pedro SĂĄnchez zum neuen spanischen MinisterprĂ€sidenten, und damit zur Ablösung des der PP angehörigen Mariano Rajoy fĂŒhrte.
Contents
âą Hintergrund
âą In Madrid
âą In Valencia
⹠AbhöraffÀre
âą Strafprozess
âą Prozessverlauf
âą Urteile
âą Weblinks
âą FuĂnoten
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Hintergrund
Der Fall geht auf eine Anzeige Ende 2007 zurĂŒck, die ein ehemaliges Stadtratsmitglied der PP in Majadahonda gegen Correa erstattete.cite-ref-1[1] GemÀà den darauf folgenden Ermittlungen, die unter anderem auf heimlichen Aufnahmen von in den Fall verwickelten Personen beruhten, sollen Correa und seine drei Vertrauensleute PĂ©rez, Crespo und SĂĄnchez mithilfe von Scheinfirmen Geld fĂŒr fiktive AuftrĂ€ge aus öffentlichen Mitteln erhalten haben. Zudem sollen sie in illegaler Weise bei der Erstellung von BebauungsplĂ€nen profitiert haben.
Die Verbindung zwischen der Gruppe um Correa und der PP soll auf die Entscheidung Aznars zurĂŒckgehen, alle öffentlichen Parteiveranstaltungen durch ein Unternehmen Correas organisieren zu lassen. Nach dem Ende der Regierungszeit Aznars wurde diese GeschĂ€ftsverbindung von Aznars Nachfolger Mariano Rajoy aufgelöst.cite-ref-2[2] Mithilfe von Geschenken und Bestechungsgeldern an PP-Mitglieder in verschiedenen Regionalregierungen und -parlamenten sollen sie daraufhin die illegalen GeschĂ€fte vorangetrieben haben.cite-ref-3[3] Zu den EmpfĂ€ngern dieser Geschenke sollen unter anderem Alejandro Agag (der Schwiegersohn Aznars) sowie rund zwanzig weitere Mitglieder der PP zĂ€hlen.cite-ref-4[4]
Veröffentlichung
Nachdem der Fall Anfang 2009 mit der Verhaftung Correas bekannt geworden war, berichtete die konservative Tageszeitung El Mundo, dass der zustĂ€ndige Untersuchungsrichter Baltasar GarzĂłn und der spanische Justizminister Mariano FernĂĄndez Bermejo kurz zuvor zusammen auf einer Jagdveranstaltung gewesen waren. PP-nahe Medien vermuteten daher, dass die PSOE-gefĂŒhrte Regierung Zapatero und GarzĂłn sich abgesprochen hĂ€tten, um die PP in den Wochen vor den Regionalwahlen in Galicien und dem Baskenland zu schĂ€digen. Ihnen wurde vorgeworfen, ein âVerfahren gegen eine ganze Parteiâ zu planen; GarzĂłn, der in den neunziger Jahren selbst Parlamentarier fĂŒr die PSOE gewesen war, hege eine âbekannte Abneigungâ gegen die PP. Diese VorwĂŒrfe wurden von den Beteiligten zurĂŒckgewiesen. FernĂĄndez Bermejo trat angesichts der heftigen Kritik wenig spĂ€ter von seinem Amt zurĂŒck; GarzĂłn musste wegen eines Angstanfalls stationĂ€r behandelt werden. Der Madrider Regionalverband der PP, der sich als geschĂ€digte Streitpartei in den Fall einmischte,cite-ref-5[5] stellte einen Befangenheitsantrag gegen ihn, der jedoch abgelehnt wurde. Nachdem die PP kurz darauf Klage wegen Rechtsbeugung gegen GarzĂłn erhoben hatte, gab er den Fall an die obersten Gerichtshöfe der Regionen Madrid und Valencia ab, da diese wegen der Implikation von ImmunitĂ€tstrĂ€gern zustĂ€ndig seien. Die Klage der PP wurde Anfang April vom obersten spanischen Gerichtshof zurĂŒckgewiesen.cite-ref-6[6]
Folgen der Ermittlungen
In Madrid
Kurz nach Bekanntwerden des Falles traten in der Autonomen Gemeinschaft Madrid drei PP-Mitglieder von verschiedenen Ămtern zurĂŒck: der regionale Sportminister Alberto LĂłpez Viejo, der ehemalige BĂŒrgermeister von Majadahonda Guillermo Ortega sowie der BĂŒrgermeister von Boadilla del Monte Arturo GonzĂĄlez Panero.cite-ref-7[7]
Auch der damalige PP-Schatzmeister Luis BĂĄrcenas sowie der damalige Europaabgeordnete Gerardo Galeote und der Abgeordnete im spanischen Parlament JesĂșs Merino Delgado wurden von den Ermittlern beschuldigt, in den Fall verwickelt zu sein.cite-ref-8[8] Die Medien veröffentlichten zudem weitere Namen von Personen, die laut den Ermittlungsakten in den Fall verwickelt seien, darunter den ehemaligen stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten der Region Kastilien-LeĂłn, JesĂșs Merino.
Am 6. Oktober 2009 wurde rund ein Viertel der Ermittlungsakten vom Obersten Gerichtshof von Madrid freigegeben, die die Untersuchungen GarzĂłns beinhalteten. Daraufhin wurden drei weitere regionale Parlamentarier der PP aus der Partei ausgeschlossen.cite-ref-9[9] Andere Beschuldigte behielten jedoch ihre Parteimitgliedschaft. Prominent wurde der Fall von Luis BĂĄrcenas, dessen Anwaltskosten sogar von der PP ĂŒbernommen wurden.cite-ref-10[10] Auch als am 6. April 2010 weitere Ermittlungsakten veröffentlicht wurden, die unter anderem neue Hinweise darauf enthielten, dass BĂĄrcenas illegale Provisionen kassiert hatte, hielt die PP zunĂ€chst an ihrer UnterstĂŒtzung fĂŒr ihn fest.cite-ref-11[11] BĂĄrcenas kĂŒndigte dann jedoch selbst seinen Parteiaustritt,cite-ref-12[12] und einige Wochen spĂ€ter auch den Verzicht auf seinen Sitz im spanischen Senat an. Auch JesĂșs Merino Delgado legte sein Mandat nieder.cite-ref-13[13]
In Valencia
Auch in der Region Valencia hatte der Fall Auswirkungen. Schon bald wurde bekannt, dass der regionale MinisterprĂ€sident Francisco Camps gemÀà den Ermittlungen GarzĂłns Geschenke in Form teurer AnzĂŒge und anderer KleidungsstĂŒcke von Correa und anderen MittĂ€tern erhalten hatte. GarzĂłn warf zudem dem PP-GeneralsekretĂ€r in der Region Valencia und Fraktionschef im regionalen Parlament, Ricardo Costa, sowie weiteren hochrangigen Parteimitgliedern eine Verwicklung in die AffĂ€re vor.cite-ref-elpais-com-14-0[14] Nachdem Camps zunĂ€chst erklĂ€rt hatte, die AnzĂŒge selbst bezahlt zu haben, gestand er spĂ€ter das Geschenk ein, gab jedoch an, dafĂŒr keine Gegenleistung erbracht zu haben.
Am 14. Mai 2009, wenige Wochen vor der Europawahl in Spanien 2009, gab der Oberste Gerichtshof der Region Valencia bekannt, dass Camps, Costa sowie zwei weitere PP-Mitglieder als Beschuldigte verhört werden sollten.cite-ref-15[15] Verschiedene hochrangige Mitglieder der nationalen PP-FĂŒhrung verteidigten unmittelbar darauf die Unschuld Campsâ und kritisierten die âTreibjagdâ gegen ihn.cite-ref-16[16] Nach dem Verhör am 20. Mai gab der Gerichtshof die Eröffnung eines Verfahrens gegen Camps bekannt. Dieses Verfahren wurde jedoch wenige Wochen spĂ€ter wieder eingestellt, nachdem der Gerichtshof mit zwei Stimmen gegen eine festgestellt hatte, dass nicht hinreichend Indizien vorlĂ€gen, um die geschenkten AnzĂŒge mit der Erteilung öffentlicher AuftrĂ€ge an Correa und seine Mitarbeiter in Verbindung zu bringen.cite-ref-17[17] Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung gegen diese Entscheidung ein. Auch die valencianische PSOE mischte sich in den Fall ein, nachdem bekannt wurde, dass einer der Richter, die fĂŒr die Einstellung des Falls gestimmt hatten, mit Camps befreundet war. Im Mai 2010 ordnete das Tribunal Supremo, der oberste spanische Gerichtshof, die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Camps an.cite-ref-18[18] Im Juli 2011 beschloss der Ermittlungsrichter des valencianischen Obersten Gerichtshofs die Einleitung eines Verfahrens, das im Herbst 2011 eröffnet werden soll.cite-ref-19[19] Am 20. Juli 2011 gab Camps deshalb seinen RĂŒcktritt als MinisterprĂ€sident bekannt, erklĂ€rte jedoch weiterhin seine Unschuld.cite-ref-elpa-s110720-20-0[20] Zwei weitere Parteimitglieder erklĂ€rten sich hingegen fĂŒr schuldig, um die vom valencianischen Obersten Gerichtshof angesetzte mĂŒndliche Verhandlung im Korruptionsverfahren zu vermeiden, die in den Wahlkampf vor den fĂŒr 2012 geplanten spanischen Parlamentswahlen gefallen wĂ€re. Zuvor hatten sie mit der nationalen FĂŒhrungsspitze der PP ĂŒber mögliche politische Kompensationen fĂŒr diesen Schritt verhandelt.cite-ref-21[21] Da Camps und Costa die SchulderklĂ€rung jedoch verweigerten, wird das Verfahren dennoch stattfinden.cite-ref-22[22]
Am 24. September 2009 berichtete die Zeitung El PaĂs schlieĂlich ĂŒber einen Polizeibericht, der die Funktionsweise der Bestechungen in Valencia erlĂ€uterte. Demzufolge hĂ€tten Ricardo Costa sowie der regionale VizeministerprĂ€sident Vicente Rambla eine zentrale Position darin innegehabt und auch illegale Parteispenden fĂŒr die PP angenommen.cite-ref-23[23] Kurz darauf berichtete die Zeitung ĂŒber verschiedene polizeiliche Abhöroperationen gegen Vertraute Correas, die belegen sollten, dass Camps ĂŒber die AffĂ€re informiert gewesen sei. Nachdem daraufhin die nationale PP-Spitze zwar noch einmal Camps in Schutz genommen, aber dennoch vom Regionalverband der Partei Konsequenzen gefordert hatte, wurde im Oktober 2009 Ricardo Costa âvorlĂ€ufigâ aus seinen Ămtern entlassen, ebenso wie einige weitere Parteimitglieder.cite-ref-24[24] Im September 2010 wurde er allerdings wieder in die Partei aufgenommencite-ref-25[25] und bei den valencianischen Regionalwahlen 2011 ebenso wie andere im Rahmen der AffĂ€re beschuldigte Parteimitglieder wieder auf einem sicheren Listenplatz aufgestellt, sodass er ins Regionalparlament zurĂŒckkehren konnte.cite-ref-26[26]
Auf Regierungsebene
Ana Mato, seit dem 22. Dezember 2011 Ministerin fĂŒr Gesundheit, Wohlfahrt und Gleichstellung im Kabinett Rajoy, kĂŒndigte am 26. November 2014 ihren RĂŒcktritt an; sie wolle Schaden von der Regierung und ihrer Partei (PP) abwenden.cite-ref-27[27]
Nach der UrteilsverkĂŒndigung vom 25. Mai 2018, in der auch die Finanzierung des PP schwer belastet wurde, kam es zu einem Misstrauensantrag durch die sozialistische Partei (PSOE) gegen die vom PP gestellte Minderheitsregierung von Mariano Rajoy.
AbhöraffÀre
Zu einer âAffĂ€re in der AffĂ€reâ kam es, als bekannt wurde, dass ein groĂer Teil der Ermittlungen GarzĂłns sich auf heimlich abgehörte GesprĂ€che von Beschuldigten des Falles mit ihren AnwĂ€lten stĂŒtzte. Francisco Correa sowie einige weitere Beschuldigte erhoben deshalb Anklage wegen Rechtsbeugung gegen GarzĂłn. Am 23. MĂ€rz 2010 beschloss der Oberste Gerichtshof von Madrid, die GesprĂ€chsprotokolle nicht als Beweismittel zuzulassen.cite-ref-28[28] Am 9. Februar 2012 verhĂ€ngte der Senat des obersten Gerichts ein elfjĂ€hriges Berufsverbot gegen GarzĂłn.cite-ref-29[29]
Strafprozess
Prozessverlauf
Am 16. Januar 2015 verkĂŒndete die fĂŒr die KorruptionsbekĂ€mpfung zustĂ€ndige Staatsanwaltschaft in Madrid das geforderte StrafmaĂ: 125 Jahre und sechs Monate Haft, sowie 15,5 Millionen Euro Geldstrafe fĂŒr Francisco Correa und 42 Jahre und sechs Monate Haft fĂŒr Luis BĂĄrcenas. Dieser hatte unter anderem ein Vermögen in Höhe von 48,2 Millionen Euro vor der Steuerbehörde in der Schweiz versteckt.cite-ref-30[30]
Im Februar 2015 eröffnete der Staatsanwalt Pablo Ruz nach fĂŒnfjĂ€hrigen Ermittlungen das Verfahren gegen insgesamt vierzig Beschuldigte. Ihnen wird u. a. Bestechung, Betrug, Unterschlagung, UrkundenfĂ€lschung, GeldwĂ€sche, VorteilsgewĂ€hrung und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Neben den Hauptbeschuldigten Correa und BĂ rcenas, die jeweils eine Kaution in Höhe von ca. 60 Millionen (Correa) und fast 90 Millionen Euro (BĂ rcenas) hinterlegen mussten, sind weitere GeschĂ€ftsleute und ehemalige Lokalpolitiker der Partido Popular aus der Region Madrid und Valencia angeklagt.cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]
Im Oktober 2015 wurden die Richterin ConcepciĂłn Espejel und der Richter Enrique LĂłpez auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Befangenheit aus dem Gericht entfernt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass beide enge Beziehungen zur Partido Popular unterhielten und diese sie in ihrer juristischen Karriere unterstĂŒtzt hatte.cite-ref-33[33]
Im Februar 2017 entschied der Oberste Gerichtshof der Valencianischen Gemeinschaft (Tribunal Superior de Justicia de la Comunidad Valenciana (TSJCV)) die drei Hauptangeklagten Francisco Correa, Pablo Crespo und Ălvaro PĂ©rez aufgrund der schwerwiegenden Anschuldigungen und Anklagen und der damit verbundenen Fluchtgefahr und weiterer noch ausstehender Anklagepunkte in vorlĂ€ufiges Gewahrsam zu nehmen. Die drei Verurteilten beginnen somit ihre zunĂ€chst provisorische GefĂ€ngnisstrafe bis zum endgĂŒltigen Entscheid. Alle drei wurden in ein GefĂ€ngnis nach Madrid ĂŒberfĂŒhrt, damit sie fĂŒr die Hauptanklagepunkte des caso GĂŒrtel der Audiencia Nacional zur VerfĂŒgung stehen.cite-ref-34[34]
Urteile
Am 10. Februar 2017 wurden die drei Hauptangeklagten im Caso GĂŒrtel aus Valencia Francisco Correa SĂĄnchez, Pablo Crespo und Ălvaro PĂ©rez (El Bigotes) vom obersten Gericht der Valencianischen Gemeinschaft zu Freiheitsstrafen von je 13 Jahren wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit der Tourismus-Messe von Valencia (Feria Internacional de Turismo, FITUR) verurteilt. Insgesamt wurden 11 von zuvor 13 Angeklagten wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder, VorteilsgewĂ€hrung, Bestechung, FĂ€lschung und Verschwörung verurteilt. Die weiteren Verurteilten erhielten Strafen zwischen drei und zehn Jahren. Von diesen 11 Verurteilten erhielten fĂŒnf ein zusĂ€tzliches Berufsverbot fĂŒr alle öffentliche Ămter. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden. Bis zur endgĂŒltigen Entscheidung können alle auf freiem FuĂ bleiben, auĂer einer der Verurteilten entscheidet sich freiwillig zum Antritt der Strafe. Wegen der Höhe der Strafen könnte auch die Anklagebehörde, bzw. die PSPV-PSOE als KlĂ€gerin aufgrund der Fluchtgefahr eine vorlĂ€ufige GefĂ€ngnisstrafe beantragen.cite-ref-35[35]
Am 24. Mai 2018 verkĂŒndete die Audiencia Nacional das Urteil fĂŒr die Ereignisse zwischen 1999 und 2005 (Urteile fĂŒr die spĂ€teren Ereignisse sollten folgen): Von 37 Angeklagten wurden acht freigesprochen, die ĂŒbrigen erhielten empfindliche Haft- und Geldstrafen fĂŒr weitreichende Vergehen, darunter u. a. Korruption, Diebstahl, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Veruntreuung öffentlicher Mittel, UrkundenfĂ€lschung, GeldwĂ€sche und Steuerbetrug; der Hauptangeklagte, Francisco Correa, erhielt eine Haftstrafe von 51 Jahren und 11 Monate; der Mitangeklagte Barcenas wurde zu 33 Jahren Haft und einer Strafe von 44 Millionen Euro verurteilt, seine Ehefrau, RosalĂa Iglesias, wurde als BegĂŒnstigte und fĂŒr Steuervergehen, zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der Partido Popular wurde dazu verurteilt, 245.492 Euro zu zahlen; in dem 1.687 Seiten langen Urteil wird der Partei vorgeworfen, mindestens ab 1989 dauerhafte parallele, okkulte Finanzierungssysteme eingerichtet zu haben; der PP habe ĂŒber die Jahre 1999 bis 2005 mit Correa eine âstabileâ Zusammenarbeit in einer Reihe von Gemeinden der Region Madrid und Valencia, sowie mit den autonomen Regionen Madrid sowie Kastilien und LeĂłn eingerichtet, durch die die Firmen Correas in öffentlichen Ausschreibungen willkĂŒrlich begĂŒnstigt wurden und ĂŒberhöhte Preise erhielten; der Angeklagte Barcenas habe dabei grosse Summen fĂŒr den PP kassiert und auf private Konten in der Schweiz eingezahlt.cite-ref-36[36]
Weblinks
âą NaciĂłn Rotonda (sp. Kreisverkehrs-Nation); Veranschaulichung der AusmaĂe und Folgen der Korruption im spanischen Baugewerbe, die mittels Google Earth die baulichen VerĂ€nderungen in diversen Regionen Spaniens, besonders auch in den Regionen Madrid und Valencia sichtbar machen.
⹠Die Implosion in Spanien - Wie der Whistleblower José Luis Peñas das korrupte politische System seines Landes zum Einsturz brachte, der Freitag vom 4. April 2019, The Guardian Reportage
FuĂnoten
cite-note-22. â La Voz de Galicia, 9. Oktober 2009: Correa intentĂł sin Ă©xito involucrar a Aznar en su trama corrupta (spanisch).
cite-note-44. â El PeriĂłdico, 6. Oktober 2009: Alejandro Agag figura en las anotaciones de la «caja B» de las empresas de Correa (spanisch).
cite-note-1515. â Cinco DĂas, 14. Mai 2009: El TSJCV cita como imputados a Camps y a Costa el prĂłximo 19 de mayo (spanisch).
cite-note-1616. â Europa Press, 14. Mai 2009: SĂĄenz de SantamarĂa defiende presunciĂłn de inocencia de Camps y niega doble vara de medir con otros imputados (spanisch), Libertad Digital, 15. Mai 2009: Basagoiti: «AquĂ hay una cacerĂa contra Camps» porque «arrasa al PSOE elecciĂłn tras elecciĂłn» (spanisch).
cite-note-1717. â Glopedia.es, 3. August 2009: Camps no serĂĄ juzgado por los trajes (spanisch).
cite-note-2727. â spiegel.de 27. November 2014: SchmiergeldaffĂ€re: Spanische Gesundheitsministerin tritt zurĂŒck
cite-note-3030. â GĂŒrtel, la corrupciĂłn que colonizĂł al Partido Popular; El PaĂs vom 17. Januar 2015
cite-note-3131. â Ruz abre juicio oral contra la trama de corrupciĂłn vinculada al PP; El PaĂs, 5. MĂ€rz 2015
cite-note-3232. â Anklagen gegen 40 VerdĂ€chtige in spanischer GĂŒrtel-AffĂ€re; SĂŒddeutsche.de vom 5. MĂ€rz 2015
cite-note-3333. â Margarita Batallas: La Audiencia Nacional aparta a los dos magistrados prĂłximos al PP del juicio del 'caso GĂŒrtel'. El PeriĂłdico vom 30. Oktober 2015
cite-note-3434. â "Correa, Crespo y El Bigotes, a prisiĂłn por la GĂŒrtel de Valencia." In: El PaĂs vom 14. Februar 2017.
cite-note-3535. â "Correa, Crespo y El Bigotes, condenados a 13 años de prisiĂłn por la trama GĂŒrtel de Valencia". In: El PaĂs vom 10. Februar 2017. Am 12. Februar abgerufen.
cite-note-3636. â El Mundo: La Audiencia Nacional condena a BĂĄrcenas a 33 años por blanqueo y al PP por beneficiarse de GĂŒrtel, 25. Mai 2018, abgerufen am 28. Mai (spanisch)